Germann Auktionshaus AG
Lot 40 / Bedeutende Gemälde, Skulpturen, Aquarelle und ZeichnungenMontag, 20. Juni 2022, 18:00 Uhr

Alberto Magnelli, Donna e case (Femme et maisons)

Lot 40

Alberto Magnelli, 1888-1971 (IT)

Donna e case (Femme et maisons), 1917

Öl auf Leinwand.
H 700 mm B 550 mm.

Unten links verblasste Signatur und Datierung: Magnelli, 17. Verso signiert, datiert und betitelt: Magnelli, Firenze 1917, Donna e case. (Rahmen).

CHF100'000 / 150'000
EUR100'000 / 150'000
USD100'000 / 150'000

Hammerpreis: CHF 120'000

Provenienz:
Erker-Galerie, St. Gallen (verso mit Etikett);
Schweizer Privatbesitz;
durch Erbschaft an den jetzigen Besitzer.

Ausstellungen:
Genf, Galerie Krugier, Oktober - November 1971;
Paris, Galerie Karl Flinker, 4. Mai - 30. Juni 1979.

Literatur:
Anne Maisonnier. Alberto Magnelli. L'oeuvre peint. Catalogue raisonné. Paris 1975, Nr. 146, Abbildung;
Ausstellungskatalog. Alberto Magnelli. Galerie Krugier. Genf 1971, Seite 8;
Ausstellungskatalog. Magnelli. 45 oeuvres de 1914 à 1968. Galerie Karl Flinker. Paris 1979, Nr. 15.

Anmerkung:

Das Entstehungsjahr von "Donna e case" spielt für die künstlerische Entwicklung Alberto Magnellis eine zentrale Rolle. Ein Aufenthalt in Paris im Frühjahr 1914 bringt ihn mit Künstlern wie Pablo Picasso, Alexander Archipenko, Fernand Léger oder Kasimir Malewitsch in Kontakt, deren Werke er zuvor nur aus Büchern kannte. Der dortige kreative Austausch hat nachhaltige Wirkung auf die Malerei Magnellis. Inspiriert von der Pariser Avantgarde-Bewegung experimentiert er nach seiner Rückkehr in Florenz mit kubistischen und suprematistischen Stilformen. Magnelli verschreibt sich zunächst nicht gänzlich der Abstraktion, sondern kombiniert diese mit figurativen Elementen, um eine ganz eigene Bildsprache zu entwickeln. Marionettenhafte Figuren, kräftige Farben sowie ausgeprägte Lichteffekte auf geometrischen Formen sind Charakteristika dieses sich neu herausbildenden Stils. Auch das Spiel mit unterschiedlichem Farbauftrag, das die Leinwand als Materialträger erkennen lässt, ist bezeichnend für Magnellis Malerei. Am Frühwerk "Donna e case" von 1917 lässt sich diese stilistische Weiterentwicklung des Künstlers im Übergang zur Abstraktion exemplarisch erkennen.

Obgleich Magnellis Ideenreichtum und Kreativität ausgeprägt sind, hindern ihn zwischen 1916 und 1917 eine Depression und mehrere Spitalaufenthalte an der Arbeit. So entstehen in dieser Zeitspanne lediglich 15 Gemälde. Das Frühwerk "Donna e case" ist somit eine Besonderheit. Im Oeuvre Magnellis nimmt es eine entscheidende Rolle für seine Etablierung als bedeutender Vertreter der Moderne ein, der in den Folgejahren auf Ausstellungen wie der documenta oder der Biennale in Venedig ausstellen wird.

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