
Lot 41
Versilberte Bronze.
H 190 mm.
Giesserstempel " CIRE PERDUE C. VALSUANI".
Provenienz:
Sammlung Fritz Schlumpf, Mulhouse;
Familie Schlumpf, durch Erbschaft;
Auktion Nachlass Schlumpf, Etude Gasser Audhuy, Hôtel de la Monnaie, Molsheim, 5. Juli 2009, Lot 198;
Privatbesitz Schweiz, an obiger Auktion erworben.
Expertise:
Mme Véronique Fromanger hat die Echtheit des Werks bestätigt, Oktober 2026.
Literatur:
Véronique Fromanger, Rembrandt Bugatti Sculpteur, Répertoire monographique. Paris, Les Éditions de l'Amateur, 2009, Nr. 44. Abbildungen Seiten 258, 238;
Philippe Dejean,et al. Carlo-Rembrandt-Ettore-Jean Bugatti. New York, Rizzoli, 1982., Abbildungen Seiten 200, 250, 256, 261, 320;
Bernard Lamarche-Vadel et al. BUGATTI, les meubles BUGATTI, le sculpteur, BUGATTI, les autos. Paris: Editions de la Différence / Vence : Galerie Beaubourg, 1995, Abbildungen Seiten 42, 71, 147;
Edward Horsewell, Rembrandt Bugatti Life in Sculpture. London, Sladmore Gallery Editions, 2004, Seite 41;
Anke Daemgen/ Philip Demandt, Rembrandt Bugatti: The sculptor, 1884-1916. Berlin, Hirmer, 2014, Seite 104.
Das vorliegende Werk zierte einst als Kühlerfigur eine Ikone der Automobilgeschichte: den Bugatti Royale Typ 41 mit der Chassisnummer 41100, das sogenannte «Coupé Napoléon» von 1926.
1926 baute Ettore Bugatti unter Mitwirkung seines Sohnes Jean ein Automobil, das hinsichtlich Leistung, Konstruktion und Eleganz alles bisher Bekannte in den Schatten stellen sollte: Mit acht Zylindern, dreihundert PS, einer Länge von 6,5 Metern und einer Höchstgeschwindigkeit von bis zu 200 km/h war der Bugatti Royale das aussergewöhnlichste Automobil seiner Zeit. Aufgrund der schwierigen wirtschaftlichen Lage Ende der Zwanziger- und zu Beginn der Dreissigerjahre wurden letztlich jedoch nur sechs Exemplare des Royale Typ 41 gebaut. Den ersten Royale behielt Ettore Bugatti für sich: Dessen Chassisnummer endet auf null, während die Chassisnummern der verkauften Modelle jeweils auf die Ziffer eins enden.
Heute befinden sich drei Royale Typ 41 in Museen, ein Exemplar ist Eigentum der Bugatti Automobiles S.A.S., und zwei Royale befinden sich in Privatbesitz.
Als Vorlage für die Kühlerfigur des Fahrzeugs verwendete Ettore Bugatti zu Ehren seines 1916 verstorbenen Bruders Rembrandt dessen 1904 geschaffenes Modell des «Petit Éléphant dressé». Von dieser Skulptur, die aus Rembrandts intensiver Beschäftigung mit den Tieren im Pariser Jardin des Plantes hervorgegangen ist, liessen Ettore und Jean Bugatti bei Valsuani einige wenige Exemplare aus versilberter Bronze giessen.
Von der Kühlerfigur des «Éléphant dressé» sind bis heute jedoch nur zwei gesichert authentische Exemplare aus der Zeit bekannt. Beide stammen aus der Sammlung von Hans und Fritz Schlumpf. Diese beiden Schweizer Industriellen hatten im Elsass ein Textilimperium aufgebaut und in Mulhouse die weltweit bedeutendste Bugatti-Sammlung zusammengetragen.
1963 und 1964 gelangte Fritz Schlumpf in den Besitz der beiden Prunkstücke seiner Sammlung: Zunächst erwarb er im Zuge des Verkaufs der verbliebenen Bugatti-Bestände den persönlichen Royale Ettore Bugattis, das legendäre «Coupé Napoléon», von dem die hier vorliegende Kühlerfigur des «Éléphant dressé» stammt. Im darauffolgenden Jahr kam mit dem Ankauf der Sammlung des Amerikaners J. W. Shakespeare ein weiterer Royale Typ 41 hinzu, die sogenannte «Limousine Park-Ward».
| CHF | 200'000 / 250'000 |
| EUR | 210'000 / 270'000 |
| USD | 250'000 / 310'000 |